Priester (1/2022)

Priester

Knop, Julia;Söding, Thomas

Welche Bedeutung haben Priester in der katholischen Kirche? Worin besteht ihre Aufgabe, was ist ihr Dienst, worauf zielt ihre Sendung? Wie gehören persönliche Lebensführung und kirchliche Stellung zusammen? Wie sind sie mit den Gläubigen verbunden, für die sie Priester sind?

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Jesus, der Priester

Söding, Thomas

Die katholische Kirche ist ohne Priester nicht denkbar. Worin der Sinn des priesterlichen Dienstes besteht, darf aber nicht als selbstverständlich gelten, sondern muss neu entdeckt werden. Die Bedeutung des Priestertums wird durch einen Klerikalismus verdeckt, der sie stärken soll, aber Sakramentalität mit Sakralität verwechselt und in der Versuchung steht, noch aus der Berufung zum Dienen ein Herrschaftsinstrument zu machen. Was Priestersein in der Kirche heißt, wird verzerrt, wo das besondere Priestertum des Dienstes nicht im Priestertum des ganzen Gottesvolkes verwurzelt wird.

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Zwischen Ganzhingabe und Überforderung

Unterburger, Klaus

Unter dem Titel «Abschied von Hochwürden» hat vor etwas mehr als 50 Jahren Josef Othmar Zöller die Identitätskrise der katholischen Priester nach dem Konzil analysiert. Seiner Auffassung nach prallte ein Selbstbild, in das man bis zum Ende des Pontifikats Pius' XII. hinein sozialisiert wurde, mit den Logiken der modernen Industriegesellschaft zusammen. Das Priesterbild des 19. Jahrhunderts sei angesichts der Herausforderungen der Gegenwart zu verabschieden, um die Kirche zukunftsfähig zu machen ...

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Ordination und Ordo

Knop, Julia

Im Deutschen sprechen wir gewöhnlich vom Sakrament der «Weihe» zum Diakon, Priester oder Bischof. Im Lateinischen heißt es Sakrament der «Ordination» (sacramentum ordinis). Das Verständnis, seine liturgische Gestalt und sein institutioneller Ort haben im Laufe der Zeit erhebliche Veränderungen erfahren. Bekannt ist die Entscheidung Pius XII. von 1947: Zur Gültigkeit der Weihe seien ab sofort Handauflegung und Weihegebet erforderlich, aber nicht (mehr) die symbolische Übergabe von Kelch und Hostienschale.

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Sakramente als biografische Freiheitsräume absichern

Sellmann, Matthias

Das Weihesakrament kann als gegenwärtig wohl unverstandenstes und umstrittenstes Sakrament der Kirche hierzulande angesehen werden. Und diese These ist angesichts der Krise der Beichte schon eine echte Aussage. Der Befund ist nicht neu; er konnte bereits vor zehn Jahren pastoraltheologisch belegt werden. Die Lage hat sich aber radikalisiert, und zwar quantitativ wie qualitativ. In einem schnellen Überblick können fünf zentrale Dimensionen dieser Entfremdung von Volk Gottes einerseits und Weihesakrament andererseits fokussiert werden ...

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Das Priestertum des Dienstes in einer synodalen Kirche

Genn, Felix

«Langsam haben wir uns müde diskutiert über das Priesterbild. Alle Argumente sind bekannt und zu jedem gibt es immer irgendein Gegenargument, so dass der Streit längst zum Grabenkrieg geworden ist, in dem jeder nur noch seine eigene Position bestätigt. Nur von Fern zeichnet sich damit die Einsicht ab, dass der Disput nicht vom Argument, sondern nur vom Experiment des bestandenen Lebens, des erfüllten Dienstes her entschieden werden kann», so schrieb Joseph Ratzinger 1972.

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Skizzen zur priesterlichen Existenz

Schlögel, Herbert

Vor 30 Jahren veröffentlichte Klaus Demmer, der von 1970-2003 als Moraltheologe an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom tätig war, einen vom Umfang her schmalen Band mit dem Titel «Zumutung aus dem Ewigen. Gedanken zum priesterlichen Zölibat». Natürlich hat sich seitdem in Kirche und Gesellschaft vieles verändert. Dennoch scheinen mir einige seiner Überlegungen auch jetzt bedenkenswert, zumal sich in seinen Ausführungen sein von der Spiritualität her geprägter moraltheologischer Ansatz widerspiegelt. Anhand einiger Kapitelüberschriften von Demmer soll der Beitrag gegliedert sein.

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Priester und Pfarrer - Probleme und Perspektiven

Hermes, Christian

Nach wie vor ist der Pfarrer und Gemeindeseelsorger die am häufigsten auftretende Spezies des Priesters in der katholischen Kirche Deutschlands: Selbst wenn durch diözesane Reformen der Pfarreistrukturen die Zahl der Pfarreien in den vergangenen zwei Jahrzehnten um mehr als ein Viertel auf inzwischen knapp 10.000 reduziert wurde, kann, da im selben Zeitraum auch die Zahl der Priester um etwa ein Viertel zurückgegangen ist, davon ausgegangen werden, dass die allermeisten der rund 12.500 Priester in der Pfarrseelsorge tätig waren oder sind und davon wiederum ein großer Teil als Pfarrer im kanonisch engeren oder pastoral weiteren Sinn.

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Priester jenseits von «Stand» denken

Kessler, Stephan Ch.

Priester sind nicht mehr plausibel. Selbst in der katholischen Welt ist ihre Existenz zur Frage geworden. Ungeachtet der Tatsache, dass der ordinierte Amtsträger in der Kirche konstitutiv das essentielle Gegenüber des göttlichen Anspruchs in der Gemeinde präsent hält, wird sein sog. «Dienst» weithin nicht mehr verstanden. Die Frage «Wozu Priester?» steht keineswegs nur beim Synodalen Weg im Raum und bedarf einer neuen Vergewisserung, die einer theologischen und einer zeitgemäßen Verantwortung gerecht wird.

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Zwischen Distanz und Nähe

Danilovich, Yauheniya

Ein orthodoxer Priester. Welches Bild entsteht assoziativ und spontan im Kopf? Auf welche Bilder stößt man bei einer Internetrecherche, in den Schulbüchern im Religionsunterricht oder in einem Reiseführer in ein Land mit orthodoxer Mehrheit? Es ist ein Mann, meistens mit einem Bart (unterschiedlicher Länge), er ist in ein langes schwarzes Gewand gekleidet und trägt ein nicht zu übersehendes Kreuz. Öfters hält er auch ein Kreuz in der Hand zum Segnen. Ein orthodoxer Priester blickt meistens ernst und strahlt eine gewisse Distanz aus.

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«die Mutter der Mütter»

Braungart, Wolfgang

Es gibt in der Geschichte der Kunst nicht viele 'Pathosformeln' von der rhetorischen Kraft der Pietà. Eine Pietà zu verstehen ist ganz leicht und ganz schwer. Tief reicht dieser Typus in die christliche Kulturgeschichte, ja ins Anthropologische hinein. Die Pietà lässt sich verstehen als bildnerische Antwort auf den anderen großen Marien-Typus, den der Madonna mit dem Kind. Diese Antwort kann furchtbar sein, besonders wenn die Bluttrauben aus der Seitenwunde Jesu richtig herausquellen.

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Die Karriere des Begriffs «Inklusivismus»

Hacker-Klom, Ursula B.

Schon in den 1950er Jahren widmete sich mein Vater der Advaita-Philosophie des Sañkara. In diesen Texten begegnet man der Neigung Paul Hackers, sich eingehend mit indischen Termini zu beschäftigen, die kein Gegenstück in modernen westlichen Sprachen bzw. Kulturkreisen haben. In diesem Zusammenhang sind auch seine Aufsätze über Dharma, Sraddha, Vrata und die Formulierung des »Inklusivismus»-Begriffes zu sehen. Es gibt Denkschemata, die diesem Kulturkreis eigentümlich sind und so in anderen Kulturkreisen nicht existieren.

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Erich Przywara

Batlogg, Andreas R.

Offenbar ist längst nicht alles gesagt über Przywara, auch wenn die Erinnerung an ihn verblasst, liegt doch sein Tod bereits fast in halbes Jahrhundert zurück: Von 1922 bis 1941 Mitarbeiter der Kulturzeitschrift «Stimmen der Zeit», dort zeitweise mit Peter Lippert SJ, Hans Urs von Balthasar SJ und (kurz) mit Alfred Delp SJ in einer Redaktion wirkend und unter einem Dach lebend, Schriftsteller und Akademikerseelsorger, mag Przywara heute nicht mehr als «modern» gelten. Aber was heißt das schon?

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Johann Caspar Schade

Kiesel, Helmuth

Ob man den hier wiedergegebenen Text - eine kunstvolle Variation des zweiten Verses von Psalm 62 «Gott, du bist mein Gott» - als Gedicht bezeichnen soll oder darf, ist eine Frage, über die man streiten kann. Gewiss lässt die graphische Gestaltung, obwohl eigentümlich, durch die versartig verkürzten Zeilen und deren strophenähnliche Gliederung sogleich an ein Gedicht denken. Aber es fehlen zwei herausragende Kennzeichen der Lyrik, Metrum und Reim. Ebenso fehlen die für die Lyrik typischen Vokabeln und Bilder; in dieser Hinsicht ist der Text von einer geradezu asketischen Sprödigkeit. Und nicht zuletzt fehlt alles genuin und frei Poetische, das man von einem Gedicht erwartet.

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